4.300 Jahre Wien

Seit der Altsteinzeit (Paläolithikum) wird der Wiener Raum von Menschen genutzt. Ab der Jungsteinzeit (Neolithikum) siedelten die ersten Bauern und Viehzüchter im Wiener Raum. Weina - die weiße Stadt, so nannte das Volk der  „Glockenbecherleute“ ihren Handelsstützpunkt, den sie beim Kahlenberg vor ungefähr 4.300 Jahren gründeten. Die Siedlung erlangte auf Grund ihrer günstigen geographischen Lage sehr schnell eine zentrale Bedeutung im Warenaustausch zwischen Ost und Süd.

Vindobona

Römische Eroberer errichteten hier etwas später den militärischen Stützpunkt Vindobona. Wo sich vor fast 2000 Jahren die Tribunenhäuser des Legionslagers befanden, kann man heute die römische Stadtgeschichte Wiens erkunden – im Römermuseum am Hohen Markt, dem ältesten Platz Wiens. Im Zentrum des Museums steht die Blütezeit Vindobonas, als hier über 30.000 Menschen lebten: ein buntes Völkergemisch aus Einheimischen und Zuwanderern aus allen Teilen des Römischen Reiches. So entstand eine Mischkultur, die sich auch auf das religiöse Leben auswirkte. Das Legionslager diente zur Sicherung der nördlichen Grenze des Römischen Imperiums, das sich von Britannien bis Syrien erstreckte. In Vindobona mussten  die rund 6.000 Soldaten auch nicht auf ihre gewohnten Lebensweisen verzichten. Das Freizeitangebot reichte von Tavernen über Thermen und Theater bis hin zu Bordellen. Neben dem Lager werden auch die weiteren großen Siedlungen (Lagervorstadt, Zivilstadt) ins Blickfeld gerückt. Sie waren für die Versorgung mit Gebrauchsgegenständen und Lebensmitteln wie Getreide, Speck, Käse und Olivenöl wichtig. Im Römermuseum steht Ihnen auch ein Multimedia-Guide zur Verfügung, der neben Sprache, Musik, Bildern, Animationen und Videos auch Informationen in Gebärdensprache bietet. Beim Durchgang der Häuser Nr. 10 und Nr. 12 finden Sie eine Kuriosität;  die Ankeruhr. Die Ankeruhr ist eine Brücke und verbindet die zwei Gebäudeteile des Anker-Hofes. Der Jugendstilmaler Franz von Matsch hat die Uhr entworfen. Sie wurde 1911 - 1917 errichtet. Im Lauf von zwölf Stunden laufen zwölf Figuren bzw. Figurenpaare aus der Geschichte Wiens über die Brücke. Um 12h Mittags paradieren bei Musikbegleitung alle Figuren. Im Advent erklingen täglich Weihnachtslieder um 17 und 18h.

881 wurde der Name Wenia erstmals urkundlich erwähnt und im 10. Jhdt. wurde vom deutschen Kaiser das Grafengeschlecht der „Babenberger“ mit dem Raum Wenia belehnt. Erstmalig wurde 976 in einer Urkunde auch Oistarrichi (Österreich) erwähnt . Wien erreichte unter den Babenbergern seine erste architektonische und kulturelle Hochblüte. Bauwerke wie etwa die Hofburg (alter Teil) oder der Heiligenkreuzerhof in der Inneren Stadt legen davon Zeugnis ab. Nach dem Tod des letzten Babenbergers, Friedrichs des Streitbaren, wurden die Schweizer Grafen von der Habichtsburg die neuen Herren der Ostmark (1273). Als Habsburger  sollten sie bis 1918 die Geschicke Österreichs und auch Europas lenken. Die Habsburger wurden durch ihre expansive und auch kluge Machtpolitik deutsche Kaiser und Wien war jahrhundertelang die Metropole der großen mitteleuropäischen Donaumonarchie. In der fast 700jährigen Regierungszeit der Habsburger wurden unter anderem der Stephansdom, die Hofburg, die Prachtbauten der Wiener Ringstraße, Schloß Schönbrunn, das Belvedere und fast alle Museen errichtet. Habsburger wie etwa Maximilian, Karl VI., Maria-Theresia und auch Franz-Josef I (+1916) haben die europäische und teilweise auch die Weltgeschichte mitgestaltet. Kaiserin Elisabeth, die Frau von Franz-Josef ist als Sisi sogar zur erfolgreichen Film- und Bühnenfigur geworden. Mit dem Ende des Mittelalters kamen auf Wien harte Zeiten zu. Zwei Türkenbelagerungen (1529 und 1683) und viele Seuchen (Pest, Typhus, Cholera) mußten überstanden werden. Daß der Wiener Humor trotzdem erhalten blieb, beweist uns die Legende des Lieben Augustin, der als Bänkelsänger eine Nacht in der Pestgrube verbrachte und sich dabei mit der tödlichen Seuche nicht infizierte. Den Lieben Augustin können Sie heute noch im GriechenBeisl, der ältesten Wiener Gaststätte (Fleischmarkt) bewundern.

Wien Heute

Das Wien nach 1918 hat vor allem durch seine kommunalpolitischen Leistungen, wie etwa den sozialen Wohnungsbau, das Gesund­heits- und das Bildungswesen internationale Aufmerksamkeit erregt. Im Zweiten Weltkrieg (1939 – 1945) wurde die Stadt schwer in Mitleidenschaft gezogen.  Am Schwarzenbergplatz im dritten Bezirk erinnert ein großes Denkmal an die Truppen der Roten Armee, die maßgeblichen Anteil an der Befreiung Wiens von der nationalsozialistischen Terrorherrschaft hatten. Heute präsentiert sich die Stadt als moderne Metropole, in der Menschen aus allen Ländern ihren Platz finden. Organisationen der UNO sind in Wien seßhaft und Wiens Ruf als Kongreßstadt ist ein weltweit führender. In wenigen anderen Städten ist die Symbiose zwischen dem Gestern und Heute so geglückt wie in Wien.

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